Schloss Solitude |
"Eine Gestaltung im
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Innovation und berühmtes Barockschloss - geht das eigentlich?
Schloss Solitude wurde 1763 erbaut und gehört zu den großen Schöpfungen des deutschen Spätbarock. 1987 beschloß man, den Kavalierstrakt von Grund auf zu sanieren. Ausgangspunkt für die moderne Gestaltung war eine Wandkassettierung, die noch in Teilen vorhanden war. Der Malerei kam nun die Aufgabe zu, die differenzierte Ausdrucksqualität der Barockzeit zu reflektieren und historische Bezüge herzustellen, ohne zu historisieren. Alles, was von dem ehemaligen Gartenzimmer übrig blieb, ist der Name des kleinen Saals. Auch die weitläufige barocke Gartenarchitektur, einst wichtiger Bestandteil der Schlosses, wurde im 19. Jahrhundert weitgehend zerstört. Im Zuge der Baumaßnahmen versuchte man, Details jenes Gartens im Gebäude wieder "ablesbar" zu machen. "Die Geschichte des Gartens", so Roland Gerlach, "spiegelt sich im Wesen der Malerei: es sind Überlagerungen - Barockszenerie, Zerstörung und moderne Erinnerung". Die Tradition der Gartendarstellung wurde auch hier bewußt aufgegriffen, aber nicht, um sie - wie so oft geschehen - in die Unbestimmtheit purer Dekoration abgleiten zu lassen, sondern um sie präzise auf Ort und Umstand von Solitude zu übertragen, So hat das neu gestaltete Gartenzimmer schon manchen Besucher zu einem ungewöhnlichen Spaziergang animiert, einem Weg, der den inneren Vorstellungsbildern des Betrachters folgt. Denn die Wandmalerei öffnet nicht denBlick in einen historischen Landschaftsprospekt - sozusagen in ein fertiges Bild" -, sondern gibt dem Betrachter die Möglichkeit, anhand von Versatzstücken aus Natur und Architektur ein jeweils eigenes "Geschichtsbild" zu imaginieren. Die einzelnen Elemente des Parks wie Bauplastik, Brunnen oder Ziergärten werden nicht topographisch genau wiedergegeben, sondern nur angedeutet. "Wie' durch eine sich auflösende Mauerschicht hindurch erscheinen Ausschnitte: das Ereignis eines verschollenen Gartens -eine Illusion der Illusion." Roland Gerlach
Literatur: Solitude Heute, Staadliches Hochbauamt Ludwigsburg, Stuttgart November 1990